29.01.2009
Fremdwörter richtig nutzen
Die Nutzung von Fremdwörtern ist sprachkulturell bereichernd, wenn damit neue Gegenstände und Sachverhalte ihre Bezeichnung finden, wie z.B. „Fenster“, „Musik“ oder „spazieren“. Wann können wir zielführend Fremdwörter richtig nutzen?
Wenn Fremdwörter Zusatzfunktionen vermitteln, wie z.B. in der Werbung, oder Signalisierung dafür sind, dass eine Anleitung nur für Fachleute gedacht ist, ist deren Einsatz sinnvoll. Ist ein Fremdwort bereits weit verbreitet, erspart man sich besser die gequälte Eindeutschung. Wenn aus dem „Browser“ ein „Internetseiten-Anzeigeprogramm“ wird, wird's umständlich.
Werden Fremdwörter nach Laune verwandt, mit „In“- Fremdwörtern inhaltliche Leere in Fachtexten und Managementschriften verschleiert oder Texte auf interessanter „gestylt“, verkehrt sich der Nutzen dann ins Gegenteil, wenn die Strategie durchschaut ist und die heiße Luft aus dem „Fremdwort-Ballon“ entweicht. Im Übersetzungsfall ist es zusätzlich schwer, den „Sinn der Bedeutung“ zu verstehen. Problematisch sind Fremdwörter auch in inhaltlich fundierten Texten, wenn sie sich nur schlecht in das Sprachsystem integrieren lassen. Vor allem Verben bereiten Schwierigkeiten, wenn sie ins Partizip gesetzt werden. Der Klassiker ist ein „Up-grade“. Ein positiver Fakt an sich, der diesmal kaum Ärger bereiten wird. Auch wenn man evtl. nicht weiß, warum man „upgegradet“, „geupgraded“ wurde oder „ein Upgrade erhalten hat“.
Die Empfehlung hier: Keine Fremdwörter verwenden, wenn ein gebräuchliches deutsches Wort existiert.
(Quelle: teilweise entnommen aus http://www.tekom.de , Heft 1/09)
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